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FAQ Technik
  • Sicherheit
  • IEC 62619
  • VDE 2510-50

Wie sicher sind moderne Batteriespeicher?

Sicherheit folgt einem mehrschichtigen Konzept: Zellchemie, Battery Management System, Brandschutz, externe Schutzfunktionen. Drei Standards prägen die Zertifizierung.

Moderne stationäre Batteriespeicher folgen einem mehrschichtigen Sicherheitskonzept aus Zellchemie, Battery Management System (BMS), Brandschutz-Konzept und externen Schutzfunktionen.

Zellchemie als Basis

Lithium-Eisenphosphat (LFP) ist im stationären Bereich Standard, weil die thermische Stabilität deutlich über NMC liegt — Thermal Runaway tritt bei LFP erst oberhalb 250 °C auf, bei NMC bereits ab 150 bis 200 °C. Sodium-Ion-Zellen liegen tendenziell auf LFP-Niveau oder darüber.

BMS und EMS

Das BMS überwacht jede Zelle einzeln auf Spannung, Strom und Temperatur und greift bei Abweichungen ein. Das EMS koordiniert auf System-Ebene und führt Sicherheits-Routinen wie kontrolliertes Abfahren, Notabschaltung und Statusmeldung an Leitwarten.

Standards

Drei Standards prägen die Sicherheits-Zertifizierung:

  • IEC 62619 — Anforderungen an sekundäre Lithium-Zellen für stationäre Anwendungen.
  • VDE 2510-50 — Deutsche Anwendungsregel für stationäre Energiespeicher.
  • UL 9540 — Internationaler Standard, vor allem für Großspeicher relevant.

Konformitätsnachweise zu diesen Standards sind Voraussetzung für Versicherbarkeit und Genehmigung.

Was zu prüfen ist

Vor einer Investitionsentscheidung gehört der Konformitätsnachweis nach den genannten Standards in die Akte — idealerweise mit unabhängigem Prüfbericht. Hersteller-Eigenangaben ohne externen Prüfschritt reichen nicht.

Quellen

  1. IEC 62619 — Sicherheitsanforderungen für sekundäre Lithium-Zellen
  2. VDE 2510-50 — Stationäre Energiespeicher, Sicherheitsanforderungen
  3. UL 9540 — Energy Storage Systems and Equipment